Bd. 7 Nr. 2 (2025): Allgemeine Beiträge der QfI zur Forschung über Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote pädagogischer Fachkräfte

Liebe Leser*innen,

mit der vorliegenden Ausgabe erscheint die QfI zum letzten Mal in ihrer bisherigen Form, bevor sie im neuen Format als „Schule Bildung Inklusion“ fortgeführt wird. Das Heft versammelt Beiträge, die unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Fragen inklusionsorientierter Bildung eröffnen. Sie richten ihre Aufmerksamkeit sowohl auf individuelle Überzeugungen und Deutungsmuster pädagogischer Akteur*innen als auch auf strukturelle und didaktische Bedingungen, unter denen inklusionsorientierte Praxis gestaltet wird.

Badstieber, Thiede und Amrhein stellen in „Die Potenziale des Restorative Practice Approach für eine inklusionsorientierte Professionalisierung im Umgang mit als störend wahrgenommenem Verhalten (auch im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung)“ mit dem Restorative Practice Approach einen Ansatz vor, der sich von sanktionierenden und exkludierenden Bearbeitungsweisen von Konflikten im schulischen Kontext abwendet und stattdessen auf beziehungsorientierte und gemeinschaftsstärkende Formen der Konfliktbearbeitung setzt. Auf Grundlage der Evaluation des Projekts RAISE werden dessen Potenziale für eine inklusionsorientierte Professionalisierung schulischer Akteur*innen, auch im Kontext des Förderschwerpunkts emotionale und soziale Entwicklung, diskutiert.

Mit „Einstellungsänderungen zum sozialen Modell von Behinderung bei Studienanfänger:innen der Sonderpädagogik“ befassen sich Ziegler, Gebhardt und Ebenbeck. Anhand einer experimentellen Studie werden eine Kurzvideo- und eine Seminarintervention miteinander verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Einstellungen zum sozialen Modell auch mit kurzen Interventionen signifikant verändern können.

Der Beitrag von Groskreutz mit dem Titel „Reflexion subjektiver Theorien als Ansatz zum Wissenstransfer“ richtet den Blick auf Wissenstransferprozesse in Fortbildungskontexten. Vorgestellt wird ein adaptiertes Struktur-Lege-Verfahren, das zur Reflexion subjektiver Theorien von Fortbildner*innen im Bereich der „Sprachenbildung in Kitas“ eingesetzt wird. Die Analysen geben Einblicke in individuelle Transferprozesse und zeigen Potenziale reflexiver Verfahren für die Gestaltung von Lehr-Lern-Kontexten.

Überzeugungen angehender Lehrkräfte zu Mehrsprachigkeit und Ungleichheit stehen im Mittelpunkt der qualitativen Studie von Volknant. In dem Beitrag „Dass wir es benennen, ist schon eine Art kleine Revolution“ – Überzeugungen angehender Lehrkräfte zu Mehrsprachigkeit und Ungleichheit aus intersektionaler Perspektive und deren Potenziale für die inklusionsorientierte Lehrkräftebildung“ werden aus intersektionaler Perspektive Deutungsmuster von Studierenden sichtbar, die zwischen defizitorientierten Vorstellungen, Verunsicherungen und Sensibilität für Diskriminierung oszillieren und wichtige Anknüpfungspunkte für eine inklusionsorientierte Lehrkräftebildung bieten.

Pollmeier, Guth, Grüter, Lütje-Klose und Goldan untersuchen in „Schulassistenz im Wandel“ Rollen und Rollenausprägungen Systemischer Schulassistenzen in einem fallunabhängigen infrastrukturellen Poolmodell. Die Ergebnisse verweisen auf veränderte Aufgabenprofile sowie neue Formen multiprofessioneller Zusammenarbeit in inklusiven Schulkontexten.

In einer österreichweiten Fragebogenstudie zum Einsatz digitaler Tools im Leseunterricht der Primarstufe zeigen Herunter, Feyertag, Paleczek und Seifert in „Digitalisierung als Unterstützung in der Lesedidaktik“, dass digitale Anwendungen bislang häufig zur Motivationssteigerung eingesetzt werden, während ihr Potenzial für eine differenzierte und inklusive Leseförderung noch nicht vollständig ausgeschöpft wird.

Die Beiträge dieses Heftes geben damit Einblicke in unterschiedliche Forschungs- und Entwicklungsfelder inklusiver Bildung. Gemeinsam ist ihnen das Interesse an Professionalisierungsprozessen, strukturellen Entwicklungen und didaktischen Ansätzen im Kontext inklusiver Bildungssettings. Zugleich verweisen sie auf die Vielfalt der Perspektiven, aus denen Fragen inklusiver Bildung derzeit bearbeitet werden, und markieren damit zentrale Bezugspunkte für weitere Forschung und Praxisentwicklung.

Für die Redaktion

Anna Hamer & Anna Kistner

 

Veröffentlicht: 2026-03-06

Allgemeiner Teil